PARLAMENTSNEUBAUTEN, BERLIN
Jakob-Kaiser-Haus, das größte Haus der Parlamentsneubauten

Der Gebäudekomplex besteht aus acht Häusern und integriert das Reichstagspräsidentenpalais, Gebäude Dorotheenstraße 105, und das Haus der Technik.

Projekt Daten

Bruttogrundfläche: ca. 155.000 m²
Bruttorauminhalt: ca. 728.000 m³
Geschosszahl: 2.UG, 1 Technikgeschoss
EG bis 5.OG, Staffelgeschoss
Büroräume: 1750 Büros
Fraktionsräume: 1329 Büros
Serviceräume: 150 Räume
Bundestagspräsidium: 25 Räume
TV-Studio: 1 Kasino: 570 Plätze
Läden auf Straßenebene: 4
Tiefgarage: 260 Plätze

Im Jahr 1991 fasste der Deutsche Bundestag den Beschluss zum Umzug nach Berlin. Die Realisierung des Raumbedarfs für das Parlament bildet das umgebaute Reichstagsgebäude, die Neubauten Paul-Löbe-Haus, Marie-Elisabeth-Haus sowie das Bauvorhaben der Dorotheenblöcke (heute Jakob-Kaiser-Haus) im Bereich der Dorotheenstrasse, östlich vom Reichstag.

Im Jahr 1994 werden fünf Architekturbüros vor dem Hintergrund einer Aufgabenstellung, die dem Gedanken der „Kritischen Rekonstruktion“ mittels einer differenzierten, parzellenorientierten Architekturplanung folgt, mit der Planung der Dorotheenblöcke beauftragt: Busmann und Haberer GmbH (Köln), de Architekten Cie (Amsterdam), von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg), Architekten Schweger und Partner (Hamburg), Thomas van den Valentyn (Köln).

Als Generalplaner firmieren die Architekten in der Planungsgesellschaft Dorotheenblöcke mbH. Zielsetzung für das Baufeld der Dorotheenblöcke, das den nordöstlichen Abschluss der historisch gewachsenen Dorotheenstadt bildet, ist, eine Bebauungsstruktur zu entwickeln, die sich an der Parzellenstruktur des klassizistischen Berlins orientiert.

Die Eckpfeiler für diese Struktur bilden drei denkmalgeschützte Gebäude, das Reichstags-Präsidentenpalais, die Kammer der Technik und das Gebäude der Dorotheenstrasse Nr. 105. Die Dorotheenblöcke bringen insbesondere die Fraktionsstäbe und Sitzungsräume für Arbeitskreise und Arbeitsgruppen unter. Darüber hinaus sind hier die Fraktionsbereiche platziert. Zwei Brückenkonstruktionen in der Dorotheenstrasse verbinden den nördlichen und den südlichen Gebäudekomplex im 5. Obergeschoss.

Eine häuserübergreifende Gebäudeachse bildet die auf das Reichstagspräsidentenpalais ausgerichtete Erschließungsstraße in Form einer Halle. Diese Ost-West-Halle verbindet beide Baublöcke architektonisch wie funktional miteinander. Eine Passage unterhalb der Dorotheenstrasse verbindet die nördlichen mit den südlichen Häusern. Die Haupterschließungsebene ist das Erdgeschoss mit zwei Haupteingängen beidseitig der Dorotheenstrasse.

Gründungsarbeiten
Die Untergeschossaußenwände sind als Weiße Wanne ausgebildet, die Untergeschosssohle ist als Plattengründung, teilweise mit Rückverankerung durch Bohrpfähle, ausgeführt. Die Baugrube hatte eine statische Wasserhaltung, um den Grundwasserhaushalt der Umgebung, vor allem die Eichenpfähle des Reichstages sowie den anliegende Tiergarten so gering wie möglich während der Bauzeit zu belasten. Übergeordnet wurde für die gesamten Baumaßnahmen im Spreebogen ein Grundwassermanagement eingerichtet, das den Grundwasserpegel ständig kontrollierte und regulierte.

Bauablauf
Spatenstich: 24. Februar 1997
Beginn Rohbauarbeiten: November 1997
Fertigstellung Reichspräsidentenpalais: 07.Juli 1999
Richtfest: 23. November 1999
Innenausbau: Mai 1999 – Dezember 2001
Fertigstellung: Dezember 2001
Schlüsselübergabe: Januar 2002
Auftraggeber Bundesbaugesellschaft Berlin mbH

Bearbeitungsschwerpunkte von 1997-2002
Erstellen Leistungsverzeichnis Baugrube
Schwerpunkte Hochbau: Projektmanagement, Ausführungsplanung, Ausführungsdetails, Auftragsvergaben, Logistikplanung, Bauablauf,- Terminplanung, Qualitätssicherung.

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